Graap, Rudolf (*1954 Ludwigshafen, lebt und arbeitet in Mannheim): Wasser für die Welt (2013)

Ein Kunstwerk des Genres „RestArt“: Hierbei werden aus recyclebaren Abfällen Kunstwerke erschaffen, die ebenfalls wieder dem Recycling zugeführt werden könnten. Deshalb dürfen die einzelnen, unterschiedlichen Materialien nicht miteinander verschmolzen werden (zum Beispiel durch Löten oder Schweißen).

Graap ist von seiner eigentlichen Passion her ein „Allrounder“ in Beziehung von handwerklichen Arbeiten. Diese RestArt-Kunst betreibt er in seiner Freizeit.

Funktion:
Eine Pumpe fördert Wasser nicht nur zu den Rädern, sondern auch durch einen weiteren Schlauch in ein Behältnis, das umkippt, sobald dieser Behälter gefüllt ist. Dadurch wird der Inhalt entleert und eine Mechanik in Gang gesetzt, die zwei Aluminiumkugeln in zwei waagerechten Aluminiumfelgen rund um den Brunnen schickt bis zum Ausgangspunkt.

Philosophie:
Dieser Brunnen soll auf die weltweiten Wasserprobleme hinweisen:
Schläuche treiben vier Förderräder an, die das Wasser auf allen Kontinenten gleichmäßig verteilen und somit jedem Menschen auf unserer Welt gerechten Zugang zu diesem überlebenswichtigen Stoff gewährleisten.
Es darf nicht sein, dass Mega-Konzerne das natürliche Wasservorkommen kontrollieren: Ganze Völkergruppen werden ihrer Brunnen beraubt, um ihnen anschließend das ursprünglich eigene Wasser für horrende Preise in Flaschen zu verkaufen; oftmals liegt dieser Kaufpreis bei einem Fünftel des Einkommens, das gerade bei den afrikanischen Wüstenbewohnern ein riesiges Problem und insgesamt eine Ungerechtigkeit ohnegleichen darstellt.

Die beiden Ringe, die diesen Globus umschließen und in denen zwei Kugeln laufen, versinnbildlichen utopische Harmonie: Wasser für die Welt, freies Wasser für jeden Menschen, rund um den Globus!

Inzwischen, im Jahr 2022, hat dieses Werk enorm gelitten, obwohl Graap ständig am Ausbessern ist: Das ständig fließende Wasser und die Umwelt an sich haben nicht nur den Einzelteilen, sondern auch der gesamten Konstruktion enorm zugesetzt! Die Ozeane aus kleinen, blauen Steinchen sind fast alle abgefallen, die Kontinente sind wie die Wasserräder veralgt, die Basis unter dem Wasserfass, zum Teil aus Holz bestehend, beginnt sich langsam aufzulösen...
Obwohl Graap mit bewundernswertem Einsatz immer wieder versucht, dieser schleichenden Zerstörung Einhalt zu gebieten, ist kaum noch etwas übrig von der ehemaligen Pracht; außer dem Grundprinzip und der wunderbaren Idee dahinter... Leider!

Standort: Hack-Garten, hinter dem Wilhelm-Hack-Museum auf dem Hans-Klüber-Platz, Mitte

Eine wunderbare Ergänzung finden Sie in diesem Artikel von Andrea Döring!

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